Die Evangelische Kirche in Wohnbach, einem Ortsteil der Gemeinde Wölfersheim im Wetteraukreis (Hessen), wurde im Jahr 1620/21 am westlichen Ortsrand errichtet. Die rechteckige Hallenkirche mit Haubendachreiter ist als Predigtkirche konzipiert und steht für einen eigenständigen protestantischen Baustil in Oberhessen, dessen Entwicklung durch den Dreißigjährigen Krieg unterbrochen wurde. Die Kirche prägt das Ortsbild und ist aufgrund ihrer geschichtlichen und kulturellen Bedeutung hessisches Kulturdenkmal.

Auf eine Kirche in Wohnbach ist im Jahr 1313 zu schließen, da der Name eines Plebans urkundlich erwähnt wird. Seitdem ist die Kirche eine Pfarrkirche; zuvor war sie Filial im Sendbezirk Berstadt. Kirchlich gehörte der Ort im ausgehenden Mittelalter zum Archidiakonat St. Maria ad Gradus in der Erzdiözese Mainz. Ein Patrozinium der Maria ist für 1473 nachgewiesen. Nach anderer Tradition war sie dem heiligen Godehard geweiht.

Mit Einführung der Reformation wechselte Wohnbach 1545/1548 zum evangelischen Bekenntnis, war von 1606 bis 1612 reformiert und seitdem wieder lutherisch. Das Patronat lag 1537 bei Solms-Lich, wahrscheinlich seit 1702 bei Solms-Laubach

„Weilen die Capell in Wonnbach sehr alt undt zerfallen und zum ferneren Gebrauch undinlich“, schreibt Johann Jakob Lucius, Pfarrer in Wohnbach von 1676 bis 1722, in seiner Chronik aus dem Jahr 1703, wurde der gotische Vorgängerbau 1620/1621 durch die heutige Kirche ersetzt. Die Grundsteinlegung erfolgte am 26. April 1620, die Einweihung am „Sonntag vor Allerheiligen“, also nach nur anderthalb Jahren. 

Innenrenovierungen fanden 1680/81 und 1909/10 statt. In den 1860er Jahren wurde die Ostempore für die neue Orgel eingebaut. Die Stuckdecke wurde 1907 durch Eisenträger gesichert, an denen die hölzernen Unterzüge aufgehängt wurden. 1910 wurde der westliche Portalvorbau geschaffen. 1955 wurde das Gotteshaus innen und in den 1970er Jahren außen renoviert.